DATEG-Normen


Release 1

Die MSV3-Norm - Release 1 und Ausblick
Aufgabenstellung und Auftrag

Die elektronischen Informationsflüsse zur optimalen Abwicklung der Warenflüsse, Geschäftsvorfälle und Services zwischen Apotheken und pharmazeutischen Großhändlern müssen an die aktuellen und zukünftigen Anforderungen angepasst werden.
 
Auf elektronischem Weg sollen allen Apotheken und Pharmagroßhändlern sämtliche notwendige Informationen zeitnah und in hoher Qualität zur Verfügung gestellt werden, um die logistischen Prozesse der Geschäftspartner optimieren zu können.
 
Die elektronischen Informationsflüsse sind zu standardisieren, um Planungssicherheit bei der Entwicklung von Dienstleistungen und deren Abbildung in logistischen Abläufen mit IT-Unterstützung zu gewährleisten.
 
Der Grundinformationsgehalt des MSV2-Protokolls soll im Release 1 erhalten bleiben.
 
Heute über Web-Services abgebildete elektronische Informationsflüsse sollen mit der neuen Norm abgedeckt werden, sofern sie allgemeingültigen Charakter haben.
 
Als Träger der neuen Kommunikationsnorm soll das IP-Protokoll dienen und als Beschreibungssprache soll Web Service Description Language (WSDL) verwendet werden.
 
Die Datenübermittlung soll zukünftig vom Apotheker ausgehen (Push-Prinzip).
 
Die elektronischen Informationsflüsse sollen gegenüber dem heutigen Stand ab Release 2 ausgebaut werden um
  • Lieferavis
  • Retourenanforderung
  • Monatsrechnung
  • div. Service-Leistungen.
     

Vorgehensweise bei der Entwicklung

Es gilt, die neue Norm in den Bereichen Prozesse, Fachfunktionen/Geschäftsvorfälle, Technik und Sicherheit exakt zu beschreiben und in den Branchen der Marktpartner Apotheken, Pharmagroßhandel und Apothekensystemhäuser abzustimmen.
 
Inhalte, Zuständigkeiten und Termine werden zwischen dem DAV, PHAGRO/DATEG und den Apothekensystemhäusern abgestimmt.
 
Für die abgestimmten Inhalte werden in einem Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der Apothekerschaft, der Pharmagroßhändler (PHAGRO/DATEG) und Vertretern der Apotheken-Systemhäuser fachliche und technische Detailkonzepte entwickelt und in einem Pflichtenheft niedergeschrieben. Das Pflichtenheft dient nach seiner Verabschiedung als Vorgabe für die Entwicklung.
 
Teil des Pflichtenheftes und damit der gemeinsamen Entscheidungen ist eine Release-Planung. Sie soll im Verlauf ihrer späteren Umsetzung von Vertretern der TK-/Ratio-Ausschüsse DATEG/PHAGRO, des DAV und den Apothekensystemhäusern in der Umsetzung nachverfolgt werden.
 

Release-Planung, Rahmenbedingungen

Das erste Release soll zügig entwickelt werden,
 
damit eine rasche Ablösung der insuffizienten Technik des MSV2-Protokolls und der Heterogenität bei den heutigen Web-Services stattfinden kann
 
und
 
dann auf Grund der implementierten neuen Norm zügig neue Geschäftsvorfälle und Services ab Releases 2 entwickelt und eingeführt werden können.
 
Um dieses herausfordernde Zeitziel für das erste Release auch erreichen zu können beschränkt es sich inhaltlich im Wesentlichen auf die Abbildung der heute bereits im alten MSV2-Protokoll abgebildeten betriebswirtschaftlichen Funktionalitäten bei gleichzeitigem „Aufräumen und Beseitigen“ von sog. Wildwuchs zu Gunsten einer Normierung und auf die Einführung der neuen Technik.
 

Grobe Zielvorstellungen der Entwicklungspartner

Die Vertreter der Apothekerschaft, der Systemhäuser und des Großhandels definieren nachfolgend folgende Ziele:
 
Apothekerschaft:
  • Der Grundbedarf der AP - nachzubestellen - muss abgedeckt werden.
  • Das alte MSV2-Verfahren ist überholt und muss abgelöst werden.
  • Optimierung der Prozesse darf von den Dienstleistern nicht vernachlässigt werden.
  • Ausrichtung am Bedarf der AP.
  • Das neue System muss mit weniger Aufwand mehr leisten können.
  • Optionalitäten sind zu minimieren.
Systemhäuser:
  • Harmonisierung der Schnittstellen.
  • Akzeptanz schaffen beim Apotheker für die Umstellung auf MSV3.
  • Optionalitäten sind zu minimieren.
  • MSV3 muss eine innovationsoffene Lösung darstellen.
  • Beschreibung der Migrationsphase.
  • MSV3 soll zunächst eine rein technische Umstellung ohne nennenswerte Kostenverbesserungen darstellen.
Großhandel:
  • MSV3 soll MSV2 und ungenormte Webservices ablösen.
  • MSV3 soll Voraussetzungen für spätere Rationalisierungen schaffen.
  • Das MSV3 Verfahren soll in der Phase 1 allgemeingültig die Bestellvorgänge zwischen den AP und den Großhandlungen regeln und nicht in deren internen Arbeitsabläufe eingreifen.
  • Die „rein“ technische Ablösung (Phase 1) darf nicht mit neuen Funktionen überfrachtet werden, die Änderungen der logistischen Abläufe nötig machen.
  • Rasche Umsetzung der ersten Phase, um zeitnah in den Folgephasen Rationalisierungspotentiale auf der Basis des neuen Verfahrens MSV3 für alle Partner in der Supply Chain erzielen zu können.
 
Diese Zielsetzungen können nach Meinung aller Beteiligten am besten zusammengefaßt werden unter der Maxime „Mehr Leistung bei weniger Aufwand“.